Carpi hat seinen Namen vielleicht vom "Carpino" bekommen, einem hochstämmigen Baum, der die Po- Landschaft im Mittelalter charakterisierte. Schon im 16. Jahrhundert v.C. gab es hier Ansiedlungen (Pfahlbauten), aber erst die Römer besetzten das Gebiet dauerhaft. Bis heute finden sich auf dem Land Spuren der antiken Bauten. Die Entstehung eines wirklichen Stadtkerns geht auf die Gründung der Pfarrei Santa Maria in Castello (auch "La Sagra" genannt) durch den Langobardenkönig Astolfo zurück. Dies geschah laut Überlieferung im Jahr 752. Seit dem 10. Jaurhundert wurde der Ort "Castello", Schloß, genannt und von verschiedenen Familien unterhalten, bis Manfredo Pio auftauchte, der Carpi im Jahr 1331von Kaiser Joh.von Luxemburg als Lehngabe erhielt. Die Stadt gewann an Einfluß, wurde mit Befestigungsanlagen ausgestattet, die Stadtanlage wurde verändert. Sie erreichte den Höhepunkt ihres Glanzes unter Alberto Pio III, der aus ihr eine kleine Renaissancehauptstadt machte. Später erlebte die Stadt die Herrschaft der Este, der Franzosen und der österreichischen Este, das Risorgimento (direkt beteiligt: Ciro Menotti, Märtyrer aus Carpi) und das Königreich Italien. Seit dieser Zeit entwickelte Carpi rege wirtschaftliche Aktivitäten, aus Handwerk wurde Industrie: zunächst entwickelte sich die Zerspanungsindustrie und dann, in den 50er und 60er Jahren, die Textilindustrie (und hier ganz besonders die Strickwaren) und der Maschinenbau.
Das Herz der Stadt wird von der Piazza Martiri, einem Platz im Renaissancestil dominiert. Auf ihm stehen das Schloß, die Cattedrale dell' Assunta, das städtische Theater, die langen Arkaden und der Palazzo Scacchetti, heute Sitz der Stadtverwaltung. Hinter dem Schloß befinden sich der Piazzale Re Astolfo und La Sagra, die das mittelalterliche Herz der Stadt bilden. Zwischen Festung, Türmen, Wachttürmen und dem wunderschönen Hof von Bramante gestatten die Museen des Palazzo Pio im Innern des Schlosses einen suggestiven Streifzug durch die mit Fresken reich verzierten Säle der Renaissancewohnung und durch die wichtigsten Werke der städtischen Sammlung: |